Christiane macht eine schreckliche Sache aus Saskias Krankschreibung. Sie erzählt allen, dass es jetzt also klar sei, warum sie vornherum so nett war und hintenrum so bösartig: Saskia sei schizophren und könnte es jetzt nicht mehr verbergen.
Die Kollegen sind schockiert, weil sie nie etwas gemerkt hätten und bekommen es mit der Angst zu tun. Auch die beiden Firmenchefs sind von dieser Geschichte nicht sonderlich begeistert. Als Saskia nach zwei Wochen wieder ins Büro kommt, grüßt man sie nicht mal mehr. Die Aufträge bleiben aus, sie darf nur noch zuarbeiten. Sie geht weiter zum Psychiater und der stellt plötzlich spezifischere Fragen.
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt
Saskias Psychologe hat sich einen Kollegen dazu geholt, um seinen Verdacht bestätigen zu lassen. Dr. von Dacherau bestätigt dann auch: Saskia ist Mobbing-Opfer. Er spricht mit ihr genau die vergangenen Wochen und Monate durch und hat die Ursache für Saskias gesundheitliche Probleme und die Arbeitsschwierigkeiten gefunden. Er rät ihr, Tagebuch über derartige Sticheleien oder andere Vorkommnisse zu führen und sich dringend einen Anwalt zu suchen.
Saskia erstellt das Mobbing-Tagebuch. Der Gang zur Arbeit fällt ihr mit jedem Tag schwerer. Sie kann nicht fassen, dass ihre Kollegen und ihre Chefs nach all der Zeit tatsächlich so etwas tun und versteht den Grund nicht. Sie stellt alle zur Rede, obwohl ihr Psychologe ihr davon abgeraten hat. Und hinterher wünschte sie, sie hätte es gelassen. Sie muss sich beschimpfen lassen und man sagt ihr auch, sie solle doch lieber gehen, weil mit ihr sowieso niemand mehr was zu tun haben wolle. Bei einer, die schizo ist, wüsste man ja nie, wann die richtig durchdreht.
Ein Ende mit Schrecken
Saskia erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Chefs sehen in ihr nun erst recht eine potenzielle Gefahr und kündigen sie fristlos. Ihre Freundin rät ihr dringend, zu einem Anwalt zu gehen. Saskia tut es. Der Anwalt besucht sie noch im Krankenhaus, da es ja für eine Kündigungsschutzklage nur eine Frist von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung gibt.
Nach allem, was sie ihrem Anwalt erzählt hat, sieht der gute Chancen, die fristlose Kündigung für unwirksam erklären zu lassen. Aber Saskia will dort nicht hin zurück, aber wenn sie selbst kündigt, erhält sie automatisch eine Sperrfrist beim Arbeitsamt. Auch hier weiß ihr Anwalt Rat.
Eine gegen alle
Der Arbeitsrechtsprozess ist zugunsten von Saskia ausgefallen. Man einigte sich auf eine einvernehmliche Kündigung und Saskia erhielt eine erstklassige Abfindung, weil das Mobbing bereits nachgewiesen worden ist.
Aber Saskia wollte niemanden davonkommen lassen. Sie strengte noch einen Schadensersatzprozess an – gegen alle Kollegen und ihre Vorgesetzten. Akribisch wurde das Mobbing-Tagebuch ausgewertet. Und Saskia konnte nicht sagen, wer schockierter darauf reagiert hatte – sie oder die anderen.
Als die Behandlungsprotokolle der einzelnen Ärzte besprochen wurden und schließlich ein Gutachter auch die Diagnose der beiden Psychologen bestätigte, wollte es niemand gewesen sein. Die Kollegen wollten sich entschuldigen und auch ihre Vorgesetzten wurden plötzlich eher kleinlaut und boten ihr an, sie wieder einzustellen.
Aber Saskia bekam Recht und Schmerzensgeld und Schadensersatz zugesprochen.
Christiane wurde gefeuert, wird aber sicherlich wieder so agieren, denn Mobbing ist kein Straftatbestand, obwohl es eigentlich an Körperverletzung grenzt.
Saskia kann nach zwei Jahren, die sie gebraucht hat, all ihre Ängste vor anderen abzulegen und ihre psychische und physische Gesundheit wiederherzustellen, wieder arbeiten.
