Mobbing – Risiken und Nebenwirkungen

Viele fragen sich, warum Mobbing einen derart krank machen kann.

Mobbing versetzt den Betroffenen in Stresssituationen. Wird das zum Dauerzustand, gerät im Körper einiges durcheinander. Neben dem Adrenalin, das häufiger bei körperlicher Anstrengung und Kurzzeitstress, wie die Angst, den Zug zu verpassen, vom Körper produziert wird, schüttet die Nebennierenrinde das Stresshormon Kortisol aus. Kortisol an sich ist ebenfalls völlig harmlos und für den Menschen eher notwendig. Wird es aber durch chronischen Stress permanent freigesetzt, kann es schnell die Gesundheit gefährden.

Vom Gemobbten zum Diabetiker

„Wie das?“ werden sich jetzt viele Fragen. Aber gemäß medizinischer Untersuchungen steigert Kortisol den Blutzuckerspiegel. Kurzfristig versorgt das den Körper mit Energie. Langfristig ist ein überhöhter Zuckerspiegel ein Diabetesrisiko. Kortisol soll das Körperfett und Energie verfügbar halten für eine Stresssituation, gleichzeitig begünstigt es aber die Fettanlagerungen im Bauchbereich, was langfristig die Insulinproduktion des Körpers stört. Wenn sich der noch zusätzlich durch den Stress auftretende Bluthochdruck dazugesellt, ist Diabetes vorprogrammiert.

Herz und Kreislauf machen schlapp

Unser Hormon Kortisol hat aber noch eine andere Funktion im Körper: Herz und Kreislauf auf Trab zu bringen. Die Kraft des Herzens wird gesteigert, ebenso wird an Schlagadern und Venen die Spannung der Gefäßwände erhöht. Als Folge steigt der Blutdruck, was in kleineren Stresssituationen durchaus notwendig sein kann. Wird der Bluthochdruck in Folge Mobbings jedoch zum permanenten Zustand, verhärten sich die Blutgefäße und werden brüchig. Eingelagerte Fettmoleküle verstopfen die Gefäße. Das Herzinfarkt-Risiko steigt in Ermangelung von ausreichender Durchblutung und mangels Sauerstoff. Die Experten sprechen außerdem davon, dass bei akutem Stress schnell das Herz aus dem Takt geraten könne.

Depressionen und Psychosen

Mobbing hat auch oft zur Folge, dass sich die Betroffenen als Versager fühlen. Eigentlich fühlten sie sich bisher geistig gesund und stark, aber mit dieser neuen, unschönen Arbeitssituation sind sie völlig überfordert. Sie zermartern sich den Kopf darüber, warum die Kollegen so schreckliche Dinge über einen erzählen, obwohl sie doch eigentlich zu allen nett waren und ihre Arbeit machen.

Doch dieses Versagergefühl weitet sich auch auf das Privatleben aus. Man schämt sich vor seinen Freunden und seiner Familie. Man zieht sich völlig zurück und aus dem anfänglichen einfachen Selbstmitleid wird Niedergeschlagenheit und Selbsthass. Entweder wird man dann zur Gefahr für andere oder für sich selbst.

Sucht

Eine weitere Folge sind wohl Süchte. Die Schlaflosigkeit, die durch den Arbeitsstress entstehen kann, bekämpft man verzweifelt mit Schlaftabletten. Die miese Laune versucht man, mit Alkohol zu bekämpfen. Und ehe man sich’s versieht, braucht man ständig mehr Alkohol und Tabletten und ist allein nicht mehr in der Lage, davon loszukommen.

Mobbing gefährdet Ihre Gesundheit. Zeigen Sie Ihren Mobber-Kollegen ruhig wegen Körperverletzung an. Statuieren Sie ein Exempel. Und vergessen Sie nicht: Suchen Sie sich einen Rechtsanwalt, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann!

Kathrin Stoltze, Kathrin Stoltze

Kathrin Stoltze - seit 2010 freier Autor bei "Suite 101" Hauptkategorien: Bildung & Karriere, Politik & Gesellschaft, Partnerschaft und Familie; seit ...

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